Kultpfunzel: Alte Taschenlampen wirklich upcyceln

by Marcus on 9. Oktober 2013

Die 'Kultpfunzel'

Jeder kennt die alten Blechtaschenlampen. Die aus der Schweiz sind besonders schön… allerdings auch nutzlos. Die alten Flachbatterien sind so gut wie nicht mehr erhältlich. Und wirklich gut war das Licht auch nie.

Zusammen mit ViOS haben wir entschieden, dass die Lampen (Funzeln) wieder einem sinnvollen Zweck zugeführt werden. Aber einfach Wiederverwendung ist nicht genug: Die Pfunzeln sollen die persönlichen Gegenstände werden die sie eigentlich mal waren. Daher haben wir zusammen mit dem Fablab Zürich ein Konzept entwickelt, wie die Taschenlampen wieder zum Leben erweckt werden können und die Leute mit Making und der Modifikation von Hardware in Kontakt kommen können: Die Taschenlampe ist ein Arduino! Die Idee der Kultpfunzel war geboren.

Die Technik

Gesagt getan. Naja, die Entwicklung dauerte dann doch mehr als ein Jahr und zog sich über einige Prototypen. Es wurden Ideen entwickelt, Platinen entworfen und über Möglichkeiten nachgedacht. Am Ende stand die Entscheidung: Die neue Pfunzel wird einfach ein Arduino Leonardo im Blechgewand. Ein erster grober Papierentwurf zeigte, dass es technisch möglich ist.

 

Von da war es nicht mehr weit zu einem ersten Prototyp.

Und als der dann endlich zufriedenstellend funktionierte, war auch die Endversion in schnell erstellt.

Soweit die Technik — aber was damit machen?

Das Konzept

Es entwickelte sich schnell eine Idee, wie die Kultpfunzel dazu dienen konnte Menschen in der Schweiz die Konzepte ‘Making’ und ‘Fablab’ näher zu bringen. Der Vorrat an verfügbaren alten Blechgehäusen ist begrenzt. Aber fast jeder Schweizer hatte mal so eine Taschenlampe und viele schlummern noch in Kellern rum. Es wird Workshops, zum Beispiel mit dem Fablab Zürich, geben: Die Leute bringen ihre alten Lampen mit (wer keine hat, kann natürlich auch von uns eine bekommen). Zusammen werden wir die Lampen ‘upgraden’ und mit Elektronik zu verbessern. Sie lernen den Arduino selber zu programmieren und kommen mit dem Fablab in Kontakt.

Launch auf der Maker Faire Rom 2013

Auf den Punkt war dann alles fertig: Es gab die Taschenlampe, es gab das Konzept und die Maker Faire in Rom stand vor der Tür. Also alles zusammengepackt und das ganze Konzept auf der Maker Faire einem breiten Publikum vorgestellt. Auf nach Rom.

Die Reaktionen waren unglaublich. Der Andrang am Stand war riesig. Tausenden von Leuten (zumindest gefühlt) erklärten wir immer wieder was das Projekt ist, wie es funktioniert. Überraschend viele meinten, dass sie ähnliche Taschenlampen noch zu Hause haben. Die Reaktion auf unser Projekt war immer wieder gleich: Wunderbar, grossartig, eine tolle Idee.

Natürlich war auch Philip Steffan da und freute sich über seine Kultpfunzel (happy hacking by the way).

Das wir allerdings auch Mark Frauenfelder so begeistern konnten war uns nicht klar.

Sogar die Leute von Seed Studio kamen vorbei und waren begeistert (keine Ahnung, ob es in China vergleichbare Lampen gibt…).

Gandalf zeigte uns allerdings, dass das Konzept des Taschenlampen-Hackens komplett aufging. Nachdem er seine Taschenlampe zusammengebaut hatte, zeigte er uns am nächsten Tag stolz sein eingebautes Alkoholmessgerät, mit Alkoholisierungsanzeige, Jackpot, Partylicht und Laser! Nach eigener Aussage hat er die halbe Nacht mit ‘Kalibrierung’ zugebracht. Man sieht die Erfolge:

Peter Toxler gehörte eher zu der Kategorie der Unstopables. Er baute seine Kultpfunzel.

Danach übernahm er aber sofort mit die Beratung am Stand.

Und tüftelte noch stundenlang an der optimalen Biegeform des Schalter, danke Peter!

Am Ende kam auch noch Massimo Banzi vom Arduino Team vorbei und war begeistert die erste Arduinokompatible Taschenlampe zu sehen.

Eine besondere Ehre für uns war, dass das Team als ‘Maker of Merit’ der Maker Faire ausgezeichnet wurde. David Cuartielles überreichte uns die Auszeichung und wir wussten, dass wir sehr erfolgreich das Projekt auf die Strasse gebracht haben!

Auf in die Schweiz und die Leute dort von Making überzeugen!

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